Die Wahl der “richtigen” Kindertagesstätte ist für alle Eltern eine große Herausforderung. Hier haben wir die wichtigsten Fragen aufgegriffen und beantwortet.

Das Kinderhaus umfasst 2 Gruppen à 20 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren. Grundsätzlich kann jedes Kind unsere Einrichtung besuchen. Die gemeinnützige Gesellschaft Kinderhaus der Zukunft Lippstadt mbH ist als Träger der freien Jugendhilfe gem. § 3 SGB VIII anerkannt. Elternbeiträge sind daher im Rahmen der landesüblichen Beitragstabelle an die Stadt Lippstadt zu entrichten.

Das Kinderhaus ist analog zur Zukunftsschule von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Auf diese Weise können Eltern von Geschwisterkindern Ihre Alltagsplanung erleichtern und Fahrtwege sparen. Es besteht die Möglichkeit, 35 Wochenstunden im Block sowie 25 und 45 Wochenstunden in Anspruch zu nehmen.

Kinderhaus und Zukunftsschulen arbeiten nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik. Das Kind und seine individuellen Entwicklungsschritte stehen im Vordergrund unseres pädagogischen Konzepts. Wir möchten Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens wertschätzend begleiten, daher werden sie in unserer Einrichtung als mündig verstanden und auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit gefördert. Kreative Freiheit im Rahmen eines sozialen Regelwerks bestimmt dabei den Kinderhausalltag.

Die Wald- und Wildnispädagogik ist zweite tragende Säule unserer Einrichtung. Kinder sollen bei uns Natur erfahren, Fertigkeiten im Umgang mit Flora und Fauna erlernen und ein umfassendes Verständnis für ihren Lebensraum auf dieser Erde entwickeln. Der regelmäßige Aufenthalt in Wald und Garten ist zu jeder Jahreszeit fester Bestandteil unseres pädagogischen Alltags.

Weitere Informationen zum Selbstverständnis unserer Einrichtung finden sich für alle Interessierten im pädagogischen Konzept.

Freiarbeit

In der Freiarbeit haben Kinder die Möglichkeit, sich für ein Montessori-Lernmaterial ihrer Wahl zu entscheiden und mit diesem selbständig zu arbeiten. Diese Lernmaterialien sind an die sogenannten sensiblen Phasen der Kinder ausgerichtet. Das bedeutet, dass Kinder sich erst dann mit einem Lernbereich beschäftigen, wenn sie innerlich dafür bereit sind. Im geschützen Rahmen der „vorbereiteten Umgebung“ bestimmen sie selbst, wofür sie sich interssieren und begeistern.

Die Pädagog*innen beobachten die Kinder in ihrem Tun und führen sie in den Umgang mit dem Montessori-Material ein, wenn sie wahrnehmen, dass ein Kind Interesse dafür zeigt. Die Ausbildung der Persönlichkeit, die sich durch Eigenständigkeit, Fähigkeit zur Selbstbestimmung, Ich-Stärke, Zuversicht und Selbstannahme auszeichnet, wird dabei gefördert. Ziel der Freiarbeit ist, die Freude des Kindes an der Arbeit zu bewahren und ihm Wege zu eröffnen, wie es selbstständig arbeiten und lernen kann. Dazu gehört auch, dass es lernt, selbst gewählte Lernprozesse durchzuhalten, eine einmal begonnene Arbeit zu Ende zu führen und den eigenen Lernprozess reflexiv begreifen zu können. Freiheit in der Montessori-Pädagogik meint nicht willkürliches Handeln der Kinder, sondern (individuell) sinnhafter Umgang mit sich selbst und der „Welt“.

„Freiheit bedeutet nicht, dass man tut, was man will, sondern Meister seiner selbst zu sein“ (Montessori 1985, 23). Kann ein Kind sich erfolgreich in den notwendig gesetzten Rahmen des Kinderhauses einfinden, ist es damit in der Lage, sich seinem eigenen Bauplan gemäß zu entwickeln, sein volles Potenzial zu entfalten und Außergewöhnliches zu erreichen.

Lernbegleitung

In der Montessori-Pädagogik verstehen sich die Erwachsenen als (Lern-)begleiter*innen. Dieses Rollenverständnis geht mit einer besonderen Verantwortung einher, die Herausforderungen sind dabei ungleich größer. Jedes Kind in seinen umfassenden und ganzheitlichen Entwicklungsprozessen zu begleiten bedeutet, es in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und ein individuelles Unterstützungsangebot zu formulieren. Die individuellen Prozesse erfordern zugleich einen besonderen Rahmen, der mit einem besonderen Regelwerk einhergeht. Kinder sollen dabei schrittweise an „ihre“ Lern- und Entwicklungsprozesse herangeführt werden, die neben den Bildungsbereichen, die das Land für Kindertagesstätten vorgibt, viele weitere Lernziele „eines mündigen Lebens in Gesellschaft“ beinhaltet.

Die Stärke der Montessori-Pädagogik liegt in der Erhaltung der interessengeleiteten Begeisterung, die Kinder für selbstgewählte Lerninhalte entwickeln. Diese zu erkennen und gezielt zu fördern ist der Kern unseres pädagogischen Selbstverständnisses. Den Kindern einen sicheren Rahmen für die erfolgreiche Umsetzung ihrer selbstgewählten Lernprozesse herzustellen, ist dabei von entscheidender Bedeutung. All dies schließt auch das soziale Lernen mit ein.

„Bildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung der nachhaltigen Entwicklung und die bessere Befähigung der Menschen, sich mit Umwelt- und Entwicklungsfragen auseinanderzusetzen“ (vgl. UNECD 1992). Das Kinderhaus der Zukunft möchte Kindern eine so definierte umfassende Bildung anbieten, die sowohl Themen der ökologischen, ökonomischen als auch sozialen Nachhaltigkeit umfasst. Ziel ist dabei, Kinder von Anfang an auf ihrem Weg zu mündigen Bürger*innen einer Gesellschaft von morgen zu begleiten (Kinder der Zukunft). Sie sollen die Auswirkungen des eigenen Handelns verstehen, um so verantwortungsvoll Entscheidungen treffen zu können, die auch Konsequenzen für künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen berücksichtigen.

Der Wald- und Wildnispädagogik kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, sie ermöglicht, die Brücke zwischen Wissen und Verständnis durch eigene Erfahrung und tatsächliches Begreifen in der Natur herzustellen. Im Selbstverständnis des ausgeprägten sozialen Miteinanders im Kinderhausalltag lernen Kinder, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

Montessori-Pädagogik und das Leitbild der Bildung für Nachhaltige Entwicklung bedingen und ergänzen sich, durch die Verschränkung dieser beiden Ansätze wird Kindern im Kinderhaus der Zukunft ein einzigartiger Lern- und Erfahrungsraum geboten.

Unsere Gegenwart ist digital, die Zukunft heranwachsender Generationen wird zunehmend Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und Endgeräten erfordern. Das Kinderhaus der Zukunft möchte Kinder daher bereits früh an eine sinnvolle Nutzung heranführen, Angebote formulieren und zum Experimentieren einladen. Das Digitalisierungskonzept unserer Einrichtung setzt auf Kompetenzerwerb und Suchtprävention. Pädagogisches Ziel ist Mündigkeit und damit eigenverantwortlicher Einsatz digitaler Endgeräte.

Sämtliche Dokumentationsprozesse laufen in unseren Einrichtungen digital, so entsteht Transparenz für pädagogisches Team, Kinder und Eltern. Die Kommunikations-, Dokumentations- und Lernplattform „DiLer“ (Digitale Lernumgebung) ist dabei die zentrale Instanz, die datenschutzkonform über jeden Internetbrowser erreichbar ist.

07:00 – 08:30 Uhr:
Bringzeit

08:30 – 12:15 Uhr:
Frühstück / Freispiel / Waldgänge / Mittagessen

12:00 – 12:30 Uhr:
Abholzeit I (für 25-Std.-Kinder)

12:30 – 14:15 Uhr:
Schlaf- / Ruhe- / Freispielzeit

14:00 – 14:30 Uhr:
Abholzeit II (für 35-Std.-Kinder)

14:30 – 15:45 Uhr:
Freispiel / Waldgänge / Mittagssnack

15:45 – 16:00 Uhr:
Abholzeit III (für 45-Std.-Kinder)

Aus pädagogischer und sozialisations-theoretischer Perspektive kurz und knapp beantwortet: ja. Für den Einzelfall muss jedoch eine deutlich differenziertere Betrachtung erfolgen. Jedes Kind bringt in seiner Einzigartigkeit unterschiedliche Voraussetzungen mit und hat in seinen ersten Lebensjahren ganz individuelle Erfahrungen gemacht, wodurch eine eindeutige Antwort auf diese Frage deutlich erschwert wird.

So ist es zuerst das soziale Umfeld, allem voran das Elternhaus, das einen entscheidenden Einfluss auf die Erfahrungen und damit den Entwicklungsprozess des Kindes nimmt. Der Umgang mit dem eigenen Kind sowie das grundlegende Verständnis von Entwicklungsbegleitung, Pädagogik und Lernen sollten in weiten Teilen mit den konzeptionellen und pädagogischen Leitgedanken des Kinderhauses übereinstimmen. Kinder müssten andernfalls permanent zwischen zwei Welten „springen“, was häufig weder kognitiv noch emotional gelingt oder das Kind zumindest vor erhebliche und mit großer Wahrscheinlichkeit belastende Herausforderungen stellt.

Unser pädagogisches Konzept ermöglicht es, Kinder und Heranwachsende individuell und wertschätzend zu begleiten, zugleich sind auch diesem Grundverständnis Grenzen gesetzt, die wir akzeptieren müssen.

Neben den strukturellen Kriterien wie beispielweise dem Mindestalter des Kindes sowie die zur Verfügung stehenden Betreuungszeiten werden bei der Aufnahme weitere Merkmale berücksichtigt:

  • Geschwister von Kinderhauskindern und Schüler*innen der Zukunftsschule werden bevorzugt aufgenommen.
  • Der Wohnort der Familie spielt insofern eine Rolle, als dass wir nur eine begrenzte Anzahl von Kindern, die außerhalb Lippstadts wohnen, aufnehmen dürfen.
  • Das wichtigste Aufnahmekriterium besteht jedoch darin, dass die Erwartungen und Wünsche der Eltern, die ihr Kind im Kinderhaus anmelden möchten, mit den pädagogischen Grundsätzen des Kinderhauses, d.h. mit denen der Montessori- sowie der Waldpädagogik, übereinstimmen.
  • Rechtzeitig vor der Anmeldung bieten wir Informationsabende zu Pädagogik und Alltag im Kinderhaus an. In persönlicher Atmosphäre werden offene Fragen gerne beantwortet. Durch zwischenmenschlichen Kontakt wird auch uns die Entscheidung erleichtert, welches Kind wir für das nächste Kindergartenjahr aufnehmen können.

Reguläre Aufnahme zum neuen Kindergartenjahr (jeweils 01.08. eines Jahres)

Das Kinderhaus nimmt wie alle anderen Kindergärten in Lippstadt am regulären Anmeldeverfahren der Stadt Lippstadt teil, über das sich Eltern auf der Homepage der Stadt Lippstadt informieren können.

In Anbetracht der hohen Nachfrage möchten wir allen interessierten Eltern empfehlen, frühzeitig das Online-Formular zur Aufnahme in die Warteliste des Kinderhauses zu nutzen. Die Anmeldung erfolgt im Rahmen der Teilnahme an einer Informationsveranstaltung.

Online-Formular Warteliste

Selbstverständlich beantworten wir weitere Fragen gerne in einem persönlichen Gespräch. Zu empfehlen sind unsere regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen, in denen wir uns auch persönlich vorstellen.